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<title>c0t0d0s0.org</title>
<description>A blog about Life, Solaris, Cycling and all the rest.</description>
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<lastBuildDate>Tue, 07 Apr 2026 08:21:20 +0000</lastBuildDate>
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<title>Thoughts: Bücherkiste</title>
<description>Am Ende der Verwertungskette</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Mein Vater ist schon etwas älter. Er eilt nicht mehr so wie früher durch den Supermarkt. Den schnellen Schritt habe ich von ihm. Er mag Einkaufen wohl genauso wenig wie ich. Manchmal überwinden wir gemeinsam unsere Abneigung und wir gehen zusammen Einkaufen. Insbesondere wenn meine Mutter gerade noch die Wohnung meiner Eltern für Besuch auf Vordermann bringt. Hunde machen Wohnungen halt wartungsintensiv. Und auch wenn der Hund meiner Eltern nicht mehr den Elan früherer Jahre hat und den weitaus größten Teil der Hundefutterdose des Lebens schon hat, schafft er es immer noch die gleiche Menge Dreck in die Wohnung zu schleppen.&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/buecherkiste.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich geh manchmal meinem Vater etwas voraus. Ich will ihn nicht unter Druck setzen, sich zu beeilen. Zumal er die unbestechliche Fähigkeit hat, in der Gemüseauslage jene Exemplare zu finden, die es wert sind, mit nach Hause genommen zu werden. Aber das braucht Zeit. Er muss die Waren dafür nicht anfassen, er guckt nur. Ich glaube, die Befriedigung des pantagruelischen Appetits von pubertierenden Teenagern hat ihm diese Fähigkeit gegeben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor den Kühlschränken, in denen Fleisch in Plastikbehälten aufgebahrt und in Schutzatmosphäre erstickt zum Verkauf feilgeboten wird, finden sich meine Ziele.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese haben sich in den letzten 40 Jahren interessanterweise kaum geändert. Linker Hand ist das Spielzeug. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich da ganz gerne gucke, was der Markt für Klemmbausteine Neues bietet. Ich wüsste sonst nicht, dass es Blumen von Lego gibt. Ganz zu schweigen von Harry Ninjago. Ich fasse nichts an, ich gucke nur. Ein flüchtiger Blick, während ich warte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf der anderen Seite sind die Druckerzeugnisse. Zeitungen. Die Bild-Zeitung schreit wie üblich in lauten Lettern heraus, was oder wen sie diese Woche für verachtenswürdig hält. Wo früher noch Zeitungen aus ganz Deutschland lagen, findet sich heute der Playboy neben der Cosmopolitan&lt;sup id=&quot;fnref:2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/buecherkiste.html#fn:2&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;. Es ist nur noch ein Rest verblieben. Und es ist ein kläglicher.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jede Menge Zeitschriften. Aus der Zeit gefallene Hefte, die über das Programm der nächsten Wochen informieren neben den üblichen ganz heißen News aus Adel und Prominenz. Gleich neben der Käsetheke. Meist sind es Frauen auf den Umschlägen. Sie wirken künstlich. Maskenhaft. Leblos. Ist mal ein Mann dort zu sehen, ist es oft noch schlimmer. Die Furchen des Lebens sind allen völlig abhanden gekommen. Der Makeup-Firma Adobe sei Dank.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meist in einer Ecke findet sich dann die seltsamste Ecke: Bücher. Bücher im Supermarkt. Zwischen Noname-Longlife-Motorenöl in 5W40 und der frischen Zubereitung von Hirtenkäse mit Olivenöl in Pikant.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In dieser Ecke stimmt nichts. Die Bücher leben hier nicht artgerecht. Cover nach vorn. Stehend. Leicht zurückgelehnt. Ob Mangold oder Mankell. Die Präsentation ist gleich. Weder liegen sie gemeinsam mit ihren Artgenossen übereinander geschichtet, noch sind sie Rücken an Rücken im Regal aneinander gereiht. Das ist wahrscheinlich ein noch schlimmeres Schicksal, als im Drogeriemarkt zwischen Photostation und Trockenobst auf einen Käufer zu warten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dabei haben es die Bücher  hier noch gut. Der Abstieg ist noch nicht zu Ende. Es ist die Bücherfundkiste. Bewohnt von Mängelexemplaren. Ausschuss. Abgestempelt um der Buchpreisbindung zu entgehen. Nächste Station Papiercontainer. Dem Schredder entgegen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich rette hier selten ein Buch. Die meisten Bücher würden nur ungelesen und ungeliebt das Regal wechseln. Ich gucke trotzdem. Ich fasse sie auch an. Blättere in ihnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einfach haben es diese Bücher nie. Ein Buch über 99 Ideen, die ein Adventsfest genussvoll werden lassen, wirkt im April aus der Zeit gefallen. Und 111 Gründe, Mainz 05 zu lieben, wirkt kaum 60 Kilometer von Volkspark und Millerntor deplatziert. Am falschen Ort. Zur falschen Zeit. Und ganz am Ende: 300 Seiten Herzschmerz zwischen angeknickten Pappdeckeln aus der Autorenbodenhaltung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Unbemerkt ist mein Vater an mir vorbeigegangen. Zeit sich von der Bücherkiste zu lösen und ihm zur Fleischaufbahrung zu folgen.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Erst gestern musste ich ihn vor einem Roboterangriff retten. Der Staubsauger verfing sich auf dem Weg durch die Wohnung in seinem Fell. Mit ebenso überraschtem wie klagendem Blick zog er den Staubsauger hinter sich her zu uns, während wir Tee tranken. So fängt sie an. Die Rebellion der Maschinen. Noch können wir sie mit Leckerlis und einer Schere niederschlagen. Noch. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/buecherkiste.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:2&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Zeitschriften die sich in ihrer Art wahrscheinlich ähnlicher sind als man denkt (dazu auch “Boxing Helena and Corseting Eunice: Sexual Rhetoric in Cosmopolitan and Playboy Magazines”, 2001, Krassas et al): “We conclude that both magazines converge on a single construction of sexuality for women.” &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/buecherkiste.html#fnref:2&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
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<dc:creator>joerg</dc:creator>
      
      
<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Bücher</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Apple</title>
<description>50 Jahre</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Man möchte ja „Herzlichen Glückwunsch” sagen. Aber kann man einem Milliarden-Dollar-Konzern das sagen? Sollte man es sagen? „Herzlichen Glückwunsch” zu einer Firma zu sagen erinnert mich so sehr an die Geschenke an Mom’s Robot Corporation in Futurama. Und soweit sind wir in der realen Dystopie dann doch nicht&lt;sup id=&quot;fnref:8&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fn:8&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;. Apple ist zwar eine Firma, die den Personenkult lange gelebt hat, aber sie ist keine Person. Es ist auch kein Handwerksbetrieb, in dem drei Generationen Schweiß und Herzblut stecken. Familie Jobsens feinste Rechenknechte. Wozniaks wundervolle Workstations. Gegründet 1976. Auch wenn die ersten Rechner so aussahen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zur Nutzerschaft von Apple bin ich erst gekommen, als der Macintosh auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte. Die 8-Bit-Zeit verbrachte ich zeitweise in der Mehrheitsgesellschaft der C64-Besitzer. Mein MSX-Computer hatte mir sehr eindrücklich gezeigt, welch ausgrenzende Wirkung es hatte, keinen Commodore zu besitzen. Wenigstens schützte es mich davor, nachschulisch irgendwelche urheberrechtlichen Illegalitäten zu begehen. Es gab schlicht niemanden, mit dem ich sie begehen konnte. Ich war ausgegrenzter als ein Schneider CPC-Besitzer. Allerdings war ich in meiner C64-Zeit schon auf dem Absprung zu MSDOS auf dem PC meines Vaters.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meinen ersten, neuen Apple hatte ich tatsächlich 2001. Es war ein Powerbook G4. Das TiBook. Das „one more thing”-Ding. Nie war der “haben will”-Reflex größer. Ich ging kurz danach auf zwei Langstreckendienstreisen&lt;sup id=&quot;fnref:3&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fn:3&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; und wurde auf das Gerät mehrfach angesprochen. Nach heutigen Maßstäben war das Gerät prähistorisch. Aber es ist ja dieses Jahr auch 25 Jahre alt. Es war ein Firmennotebook. Als ich die Firma verließ, musste ich auch das Notebook zurücklassen. Aber damals? Ein Traum. Und selbstverständlich wollte man differently denken. Über die Heimat der Firma in der unendlichen Schleife schmunzeln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einen Außenseiter-Rechner zu besitzen, war damals deutlich weniger ausgrenzend. Das Internet hatte den Schulhof globalisiert, der monatliche Zufluss monetärer Einheiten ermöglichte den Kauf von Software.&lt;sup id=&quot;fnref:5&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fn:5&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bis zum nächsten Apple-Rechner sollten einige Jahre vergehen. Zwischenzeitlich hatte ich bei meinem Start bei Sun&lt;sup id=&quot;fnref:6&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fn:6&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; ein Toshiba-Notebook als Firmennotebook erhalten. Gutes Gerät, lief mit Windows, aber wirklich glücklich wurde ich damit nie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bis irgendwann die Firma (immer noch Sun) entschied, dass Apple-Rechner ja eigentlich doch ganz cool sind. Mit dem Gerät habe ich lange gearbeitet. Auch weil die Firma Apple-Rechner später für eine Zeit wieder uncool fand und ein Ersatz doch wieder Windows bedeutet hätte. Ich nutzte den Apple, bis es wirklich nicht mehr ging. Und ich eine externe Tastatur bei einem Vortrag in Siegburg verwenden musste. Aber bis dahin war es eine lange Zeit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man mag über die Rechner sagen, was man will, aber sie funktionieren in der Praxis auch dann noch, wenn andere Rechner längst in Fetzen liegen und Gelenke den Bildschirm kaum noch in Position halten. Es gibt viele Leute, die viel – meist Negatives – dazu sagen, weil es aufmerksamkeitsökonomisch vorteilhaft ist, über die Firma zu meckern. Für “Eigentlich läuft der Mist eigentlich ganz gut” gibt es halt keinen goldenen Play-Button. Meine Erfahrung war eine durchweg gute.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Kollegin brachte mir dann das erste iPhone mit. Für mich war das Smartphone erst einmal ein ziemlich teurer, dafür bemerkenswert smarter iPod. Es dauerte einige Monate, bis ein Jailbreak auch deutsche SIMs erlaubte und der artgerechte Einsatz des Geräts möglich wurde. Bis auf ein einzelnes Android-Telefon habe ich nie wieder etwas anderes besessen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;iPod … einen iPod besaß ich auch. Den mit der großen Festplatte und Farbdisplay. Ich habe auch gesagt, dass Jobs spinnt, als er behauptete, das Gerät würde die Welt revolutionieren. Es revolutionierte auf jeden Fall Apple. Der Anfang des Wandels zum Content-Unternehmen war gemacht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber bei meinem Musikkonsum war das Gerät auf Reisen schon sehr großartig. Ich habe das Gerät 2009 auf einer Urlaubsreise in Kalifornien in einem Hotel vergessen und es ward nie wieder gesehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich verwende glaube ich seit 2003 oder 2004 durchgängig Apple-Rechner. Ich kann mich sicher erinnern, dass ich in der damaligen Sun-Geschäftsstelle auf Mac OS X Panther geupgraded habe. Zu Eple von Røyksopp. Ich bin Apple von PowerPC nach Intel gefolgt, auch die Umstellung auf Apple Silicon habe ich mittlerweile mitgemacht. Mac OS 9 auf Mac OS X bin ich auch mitgegangen und seitdem jedes einzelne verdammte Update. Den Verlauf der Zeit sah man auch am steten Inkrementieren der Minor Release Number. Deswegen nehme ich Apple auch den Umstieg auf Jahreszahlen übel. Sie zeigen nur noch das Wann, wo das alte Schema noch den Verlauf zeigte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich verwende iPads als Smarthome-Displays, meine Fernseher werden nicht kraft eigener Intelligenz smart. Dieser Intelligenz traue ich bis heute nicht. Apple TVs erledigen das. Und auf dem Sofa liegt ein iPad Pro für alle Arbeiten, für die ein Notebook einfach zu unhandlich ist. Selbst meine Uhr bootet mit einem Apple-Logo&lt;sup id=&quot;fnref:4&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fn:4&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe mit der Zeit einfach die Lust daran verloren, meine Heim-IT zu troubleshooten. Dafür zu sorgen, dass alles irgendwie miteinander tickt. Mein Netzwerk rein von Ubiquiti, mein NAS eine Appliance, meine Computer rein von Apple. Und der Schiet arbeitet einfach zusammen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um nicht völlig an den finanziellen Herausforderungen der privaten Rechnerlandschaft aus Cupertino zugrunde zu gehen, bin ich mittlerweile beim Kauf gebrauchter Hardware angekommen. Nur bei meinem privaten Hauptnotebook nicht. Da bin ich krüsch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Ganze war auch Selbstschutz. Ich konnte seitdem bei Windowsproblemen immer sagen: „Hmm, ja, ich seh das Problem. Aber keine Ahnung, was das sein könnte. Ich benutz kein Windows.” Das mag sich vielleicht etwas snobistisch anhören, war aber nach einer harten Arbeitswoche ein recht sicherer Schutz davor, als Angehöriger der Generation Home IT Support nicht noch den Samstag eines Elternbesuchs mit dem Bugfixing einer Windows-Version zu verbringen. Florian – einer meiner Brüder – kannte sich damit weit besser aus. Meine Eltern waren natürlich auch nicht blöd und haben rasch die Absicht dahinter erkannt. Seitdem in meiner Familie zunehmend Rechner von Apple auftauchen, funktioniert das allerdings immer weniger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Windows war immer eine gehasste Notwendigkeit. Ich gehöre sogar zu den Leuten, die lange Zeit versucht haben Windows mit OS/2 Warp zu umgehen. Ich weiß, was es bedeutet, für ein Prinzip Kompromisse einzugehen. Daher bin ich dem Trend meiner Profession, Linux als Desktop&lt;sup id=&quot;fnref:7&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fn:7&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;6&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; einzusetzen, nicht dauerhaft gefolgt. Ich hab’s versucht. Wirklich. Ich verlor irgendwann die Lust an den Kompromissen. Wohl weil ich alt geworden war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Funktioniert hat das alles nur, weil mein Heim-IT-Workload eine Last nicht kennt: Ich spiele schon lange kaum mit Computern.&lt;sup id=&quot;fnref:2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fn:2&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;7&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Und Spielen ist bis heute eine Domäne, in der Rechner von Apple genauso kompromissbehaftet sind wie Linux auf dem Desktop.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn man so will, bin ich das geworden, was man damals in meinem Schulhof als Markenschwein bezeichnet hat.&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;8&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und auch wenn man einem Unternehmen vielleicht nicht gratulieren sollte, kann man ihm Danke sagen: Ich begleite Euch in etwa die Hälfte Eures Lebens. Danke für 25 Jahre relativ unproblematische IT. Danke für 25 Jahre einfach funktionierenden Schiet. Und vielen Dank für 25 Jahre der Illusion, wie Millionen anderer Apple-Kunden anders zu denken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;PS: Das Teaserfoto habe ich 2001 auf der erwähnten Dienstreise in die USA aufgenommen.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:8&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Auch wenn ich die Befürchtung habe, dass wir irgendwann Präsidentenköpfe im Glas haben werden, die immer noch Wahlen gewinnen. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fnref:8&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:3&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Einmal San Francisco und Boston, einmal Singapur. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fnref:3&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:5&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Jaha, liebe Kinder, man konnte Software mal kaufen und musste ihre nutzbringende Gunst nicht jeden Monat erneut mit einem Geldopfer erringen. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fnref:5&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:6&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Ich hatte sozusagen beim Bechtolsheimer angefangen, handgeklöppelte IT-Architekturen zu schrauben. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fnref:6&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:4&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Meine zweite Uhr gekauft, kurz vor der OP, aus persönlichem Trotz gegenüber dem, was mir bevorstand. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fnref:4&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:7&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Ich meinte wirklich als Desktop. Nicht für den Browser des geringsten Misstrauens und Textverarbeitung. Mir ist schon klar, dass das ganz gut geht. Aber auf meinem Rechner läuft weit mehr. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fnref:7&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:2&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Naja, so ganz stimmt das nicht. Es gibt eine Art von Spielen, die ich ab und an mag: Wuselspiele wie Civilization. Aus vermutlich dem gleichen Grund, warum ich die Star Trek Voyager Folge “Blink of an Eye” so mag. Und Civ gibt es für den Mac. Aber ansonsten langweilen mich Spiele schnell. Das Fliegen mit dem Flugsimulator sehe ich nicht als Spielen, dazu ist es im Grunde dann doch zu eintönig. Es ist mehr Erfüllung eines nie realisierten Traums. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fnref:2&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Aber wehe, man tauchte in Schuhen von Deichmann auf … Victory waren ein Todesurteil für die Reputation. Aber in einer Großfamilie war halt Nike für alle keine valide Option. Zumal die genauso schnell kaputt und zu klein waren. Meine ersten Nike stehen heute im Museum of Modern Art. Ich habe sie gesehen. Naja, nicht dasselbe Paar, aber das gleiche. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/apple.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 06:20:00 +0000</pubDate>
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<dc:creator>joerg</dc:creator>
      
      
<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Apple</category>
      
      
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<item>
<title>Thoughts: Osterfrüchte</title>
<description>Vererbter Aberglaube</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Ich denke, in jeder Familie gibt es bestimmte Bräuche und Aberglauben: In die Zeit der meisten ersten Autos von uns Geschwistern fiel der Aberglaube, niemals ein Auto vollzutanken. Der Aberglaube war sogar durch Empirie belegt. Zwei unserer Autos hatten teure Defekte unmittelbar, nachdem sie vollgetankt worden waren. Wagenwaschen schien genauso tödlich für unsere Fahrzeuge zu sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;An die nächste Generation weiterzugeben brauchen wir das wohl nicht. Ein vollgetanktes Auto ist heute wahrscheinlich genauso ruinös wie damals Besitz und Pflege einer SGI Indy. Und auch wohl genauso unerreichbar. Naja, fast. Und ich hoffe, dass die nächste Generation intelligenter ist als wir und gleich mit Elektroautos anfängt.&lt;sup id=&quot;fnref:2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/osterfruechte.html#fn:2&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meine Autos haben heute nicht mehr die Neigung, beim Anblick eines vollen Tankanzeigers spontan zu zerfallen. Aber es gibt einen zweiten Aberglauben in meiner Familie. Ich halte mich sklavisch an diesen: Es ist der Osterapfel. Die Idee dahinter ist, dass, wenn man als Allererstes zu Ostern einen Apfel isst, man das ganze Jahr nicht krank wird. „An apple a day keeps the doctor away” wurde bei uns zu „An apple a year is the doctor’s biggest fear”. Das hat auch viele Jahre wirklich sehr gut funktioniert. Wobei momentan die Arbeitshypothese zur Wirkungsweise dieses Glaubens ist: Wer sich Ostersonntag vor dem ersten Kaffee einen Apfel reindrücken kann, muss über eine derartige Konstitution verfügen, dass jedwede Krankheit chancenlos ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diesen Brauch hat meine Mutter uns beigebracht. Sie hat es von ihrer Mutter und so weiter. Meine Oma war keine gebürtige Ostfriesin, sondern kam aus Pommern (nicht dem Mecklenburgischen Pommern-Vorgeplänkel) und dort ist dieser Brauch wohl zu Hause. Sie wäre wahrscheinlich zufrieden, dass dieser Brauch immer noch bei uns lebt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seit letztem Jahr ist der Apfel allerdings ein wenig bei uns in Verruf. Die &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/mobile.html&quot;&gt;Erkrankung meiner Mutter&lt;/a&gt;, meine &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/thedaymyheartstoodstill.html&quot;&gt;Aneurysma-OP&lt;/a&gt;. Ich entgegne darauf: „Weißt du, wie schlimm es gekommen wäre, wären da die Osteräpfel nicht im Spiel gewesen? Ich nicht!”
Und so werde ich mich auch morgen wieder durch meinen Osterapfel kauen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich werde das Risiko nicht eingehen. Ich will nicht auf irgendeiner Intensivstation liegen und denken „Hättest du deinen Osterapfel man gegessen”. Ich halte mich an das, was früher auf den Papiertüten im Fruchtfachvertrieb stand: „Esst mehr Obst!”&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:2&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Um sich dann an der Balkonsolaranlage der Verwandschaft gütlich zu tun. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/osterfruechte.html#fnref:2&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 10:20:00 +0000</pubDate>
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<title>Thoughts: Ostereinkauf</title>
<description>Gründonnerstagsfehler</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Gründonnerstag. 18 Uhr. Der Glasboden der Gemüsebrühe ist erreicht. Schnell noch welche holen. Sonst verbietet der Karfreitag nicht nur das Tanzen, sondern auch das Gemüse in der Brühe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Welch ein Fehler. Eier inexistent. Längst Ausverkauft. Pikachu-Gesicht vorm Regal. Residualgemüse angefasst und abgegriffen. Manchmal wäre die Fähigkeit zum &lt;a href=&quot;https://starwars.fandom.com/wiki/Force_choke&quot;&gt;Force Choke&lt;/a&gt; doch ganz praktisch. Drängler an der Kasse. Force Choke.  Blöder Spruch, weil man nicht instantan den Weg vor der Eisauslage räumt? Force Choke. I find your lack of politeness disturbing.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und für jenen Menschen, der seine Lebensgefährtin auf dem Parkplatz unflätig zusammenpfeift? Herr Tarkin, einmal Todesstern für dritte Reihe, zweiter Wagen von Links. Ja, der weisse Golf. Extra knusprig.&lt;/p&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Thu, 02 Apr 2026 17:00:00 +0000</pubDate>
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<dc:creator>joerg</dc:creator>
      
      
<category>Thoughts</category>
      
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<title>Thoughts: Zeitkapsel</title>
<description>Die eigene Stimme aus der Vergangenheit</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Im Rahmen der Umstellungen am Blog hatte ich kurzzeitig überlegt, massenhaft alten Content wieder ins Blog zu holen. Es sind über 7000 Einträge, die ich in einem Repository getrennt vom Blog lagere. Gesammeltes Herzblut. Am Ende ist es ein Artikel geworden. Einer von 7000, der den Weg ins Blog geschafft hat. Der allererste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Warum? Die Solarisartikel müsste ich allesamt überprüfen und ggf. auf Solaris 11.4 heben. Das wird es bis 2037 geben. Es stecken noch 10 Jahre Leben in diesen Texten. Vieles auf Seiten verweisend, die schon längst nicht mehr existieren. Und der Rest?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als ich mitten in der Nacht einfach mal so durch eine ganze Reihe von Artikeln ging, erkannte ich mich darin wieder. Ich hab das zweifelsohne geschrieben. Aber es fühlte sich wie ein alter Anzug an, den man schon lange nicht mehr getragen hat. Der Jörg, der diesen Anzug mal trug, dieser Jörg ist nicht mehr da.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich bin nicht der Jörg aus Mai 2025, ich bin nicht mehr der Jörg aus dem Hochsommer 2023, nicht der Jörg aus Herbst 2021, nicht der präpandemische Jörg. Nicht der Jörg auf dem Flur in &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/thedaymyheartstoodstill-part4.html&quot;&gt;Koblenz&lt;/a&gt; in 2018.  Auch nicht der aus November 2016.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich bin erst recht nicht der Jörg aus 2006. Ich will es auch nicht sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die persönlichen Texte aus jener Zeit fühlen sich roher an, pointierter, härter, ungehobelter&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/zeitkapsel.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, manchmal auch gemeiner. Die Texte fühlen sich fern an. Sie fühlen sich fremd an. Die Texte werden dort bleiben, wo sie sind. In meinem Archiv.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;PS: Die Texte, die heute in meinem Blog sind, werden mir in einigen Jahren wahrscheinlich auch nicht mehr passen. Ich sah in einem Blog vor kurzem einen Hinweis, dass ein Artikel schon älter ist. Dass der Autor und der Text sich möglicherweise auseinander gelebt haben. Vielleicht sollte ich das auch tun.&lt;sup id=&quot;fnref:2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/zeitkapsel.html#fn:2&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Explizit nach ein paar Jahren sagen, dass Du heute Gedanken liest, die von einem Menschen ausgesprochen wurden, den es nicht mehr gibt. Um in 10 Jahren nicht am Anzug von heute gemessen zu werden.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Sowohl die Texte als auch der Autor. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/zeitkapsel.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:2&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Nachtrag: Da ich gestern Nacht ohnehin armtief in den Templates und Plugins war, habe entsprechenden Disclaimer integriert. Momentan ist dieser in allen Texten die älter als 2 Jahre sind. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/zeitkapsel.html#fnref:2&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Thu, 02 Apr 2026 15:00:00 +0000</pubDate>
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<dc:creator>joerg</dc:creator>
      
      
<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Blog</category>
      
      
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<item>
<title>Der Tag, an dem mein Herz stillstand - Teil 17</title>
<description>6 Monate später</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Heute ist der 29.3.2026. Es sind heute 6 Monate, seitdem mich mein Bruder ins Krankenhaus nach Hamburg gefahren hat. Es fühlt sich im selben Moment nach “Was, erst 6 Monate?” und “Häh, schon 6 Monate?” an. Und das ist — offen gesagt — in seiner Gleichzeitigkeit äußerst verwirrend.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie leuchtet immer noch ein wenig rot. Vielleicht wird sie das auf Dauer. Wenn ich im Bad nackt vor dem Spiegel stehe, gerade aus der Dusche getreten und mich abtrockne, sehe ich sie. Dann erinnert sie mich an diesen Tag Ende September.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die OP ist überstanden. Die erste Zeit nach der OP, die so viele Risiken barg, liegt wohl auch hinter mir. Die OP, deren Erwartung mich viele Jahre begleitet hat. Und doch muss mich manchmal die Narbe daran erinnern, dass die letzten 6 Monate passiert sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mein Brustkorb war offen. Menschen hatten ihre Hände in meinem Brustkorb. Nicht auf. In. Ein Gedanke, der immer noch fremd erscheint. 6 Monate später habe ich immer noch nicht so ganz meinen Frieden damit gefunden.&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/thedaymyheartstoodstill-part17.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe durch eine Rechnung vom Krankenhaus erfahren, dass ich 154 Minuten an der Herzlungenmaschine war. Diese Information fehlte irgendwie im Arztbericht. Ein weiteres Puzzleteil, um die zwei fehlenden Tage Ende September zusammenzusetzen. Die roten Punkte an meinem Hals, wo sie angeschlossen war, sind verschwunden. Die Gedanken daran nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Konzentration ist immer noch nicht wirklich selbstverständlich. Sie ist auch heute noch ein begrenztes Gut. Ich spare sie mir für meine Arbeit auf. Ich schlafe wenig, aber mittlerweile gut. Manchmal fühle ich mich fremd in meiner eigenen Zeitzone.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schreiben hilft. Gibt mir Fokus. Bleibt anstrengend. Bücher laugen mich noch aus. Lesen will dosiert sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich gehe seit einigen Wochen mit den Vögeln ins Bett. Ich bin müde, wenn sie müde sind. Und stehe mitten in der Nacht auf. Lange bevor der erste Pieps hörbar wird. Die Welt schläft zu dieser Zeit vielleicht nicht, aber sie ist noch leise. Ich kann mich sammeln. Ich habe die Unruhe des Abends verschlafen. Es ist die Zeit, in der ich schreibe. Es fühlt sich dann leicht an. Es fühlt sich notwendig an.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Blog hat sich verändert. Es soll jetzt mehr sein als Technik. Ein Ort, an dem ich überdauere. Wenn ich nicht mehr da bin. Etwas, das schneller passieren kann, als ich dachte.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Es ist gut, dass mich mittlerweile die Narbe erst erinnern muss. Ich möchte daran nicht ständig denken müssen. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/thedaymyheartstoodstill-part17.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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<category>Allgemein</category>
      
<category>TheDayMyHeartStoodStill</category>
      
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<item>
<title>Thoughts: Grün</title>
<description>Kugelschreiber und Wasserflaschen </description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Ein Raum ohne Fenster. Es ist früh. Noch bevor mein Tagwerk beginnt. Bin müde. Stühle säumen die Wände. Tische in den Ecken. Nur das fahle Licht der Leuchtstoffröhren über mir. Ein unbestimmter Geruch liegt in der Luft. Vermutlich ein Reinigungsmittel. Der Geruch findet seinen Weg in mein Gehirn. Kopfschmerzen steigen auf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Kugelschreiber schreiben grün. Ausgerechnet grün. Wenn auch ein blasses. Farbe der Natur. Farbe der Hoffnung. Ausgerechnet hier. An einem Ort bar jeder Natur. Aber viel Hoffnung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwei Flaschen Wasser stehen auf einem Tisch. Still und klassisch. Drei einsame Pappbecher. Ineinandergeschoben. Ich bin es nicht, der wartet.  Ich warte wieder nur mit. Ich nehme den mittleren Becher. Fülle ihn mit Wasser. Reiche ihn weiter.  Ich höre die Geräusche eines MRT. Sie sind unverwechselbar. Menschen werden gerufen. Menschen gehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich schau auf die Uhr. Ich hätte gern ein Fenster.&lt;/p&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 17:55:00 +0000</pubDate>
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<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Wartezimmer</category>
      
      
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<item>
<title>Thoughts: Palantíri</title>
<description>Einfach mal das Buch lesen. Oder den Film gucken.</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Ich bin mir ziemlich sicher, dass Politiker eher selten den Herrn der Ringe gelesen haben&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/palantiri.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;. Denn wie könnte man sonst ein Produkt einer Firma mit dem Namen Palantir&lt;sup id=&quot;fnref:2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/palantiri.html#fn:2&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; kaufen wollen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eigentlich würde ja schon der Konsum der Extended Edition reichen. Man muss ja nicht mal zu den drei grünen Büchern greifen. Man muss dazu nur einmal gucken, wer im Herrn der Ringe einen Palantir benutzt hatte. Sauron hatte einen. Er benutzte ihn, um andere Benutzer zu manipulieren. Beispielsweise Saruman. Nach einer Palantírkonferenz (beim Gedanken, dass Sauron sagt „Kann man mich hören?” und Saruman antwortet „Du bist noch auf Mute”, muss ich mehr schmunzeln, als mir lieb ist) hebt dieser eine Orkarmee aus und gestaltet Isengart und umzu so um, dass später die Ents sehr deutlich ihre Meinung dazu äußern. Dann haben wir Peregrin Tuk. Von Gandalf nicht ganz unbegründet gerne auch närrischer Tuk genannt, obschon er am Ende in sein Heldentum gestolpert ist.&lt;sup id=&quot;fnref:3&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/palantiri.html#fn:3&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Er stand nach dem Blick in den Palantír für kurze Zeit auf der Most-Wanted-Liste von Sauron und wurde zu seinem eigenen Schutz nach Minas Tirith zu Denethor gebracht. Denethor II. Der Tomaten essende Denethor. Nunja. Denethor wird durch den Palantír so verzweifelt, dass er am Ende versucht, Faramir auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen und später selbst durchs Feuer (oder den folgenden Sprung) ums Leben kommt. Bringt ja eh alles nichts mehr.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Einzige, der unbeschadet in einen Palantír blickt, ist Aragorn. Der setzt den Palantír quasi als Waffe der psychologischen Kriegsführung ein: Guck mal, hier ist Andúril. Und nun gibt’s was auf die Kauleiste. Konnte ja keiner ahnen, dass Aragorn mit Saurons Mund zunächst einmal &lt;em&gt;die Kauleiste&lt;/em&gt; überhaupt treffen würde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe das ganz dumpfe Gefühl, dass jene Menschen, die gerne in den realen Palantir gucken würden, eher an Viggo Mortensen und seinen Aragorn denken als an den närrischen Tuk. Und sowieso schon mal gar nicht an die drei Palantír-Nutzer, die die Auseinandersetzung um einen Ring nicht überleben.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;tagesschau.de veröffentlichte im März 2026 &lt;a href=&quot;https://www.tagesschau.de/kultur/tolkien-herr-der-ringe-instrumentalisierung-100.html&quot;&gt;einen Artikel&lt;/a&gt; über die Neigung, sich durch Aneignung von Tolkien auf die „gute Seite” stellen zu wollen. Das erinnerte mich daran, dass ich meinen Gedanken, den ich Mitte letzten Jahres im Fediverse schrieb, noch auf mein Blog holen wollte. Dies sei hiermit geschehen. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/palantiri.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:2&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Die Firma wird tatsächlich mit i und nicht mit í geschrieben. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/palantiri.html#fnref:2&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:3&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Ich bin mir aber sicher, dass sich Diamond sehr lange jede Nacht anhören durfte, wie Pippin im Schlaf über eine gar gruselige Kugel sprach. Postpalantírische Belastungsstörung. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/palantiri.html#fnref:3&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 04:00:00 +0000</pubDate>
<link>https://www.c0t0d0s0.org/blog/palantiri.html</link>
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<dc:creator>joerg</dc:creator>
      
      
<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Datenschutz</category>
      
<category>Politik</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Thoughts: Herr Norris</title>
<description>Vom völligen Fehlen von Ironie</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Nun ist er also gestorben. Herr Norris. Wie zu erwarten, rauschte eine Welle von Chuck-Norris-Witzen über uns weg. Ich habe mich auch eines solchen schuldig gemacht. Genauso war jene Welle von Kommentaren zu erwarten, die berechtigterweise anmerkten, dass Chuck Norris ein ziemlicher Unsympath war.&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/norris.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Beides lässt nur eins außer Acht: Im Sinne des Memes war Chuck Norris längst nicht mehr Carlos Ray Norris. Chuck Norris war bereits eine absurde Abstraktion, auf die die Memes noch mal eine dicke Schicht Absurdität aufgetragen haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Anders als andere Protagonisten des - völlig unironisch - im Jahrestakt die Welt rettenden 80er-Jahre-Kinos, wurde die Abstraktion nie gebrochen. Könnte man sich Norris als Turbo-Man in „Jingle All the Way” vorstellen? Als Gegenentwurf zu Danny de Vito in Twins? Oder als Polizist in Copland? Vielleicht sogar in „Stop! Or My Mom Will Shoot”&lt;sup id=&quot;fnref:2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/norris.html#fn:2&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;? Könnte man sich ihn im Doppelrippunterhemd barfuß vorstellen, der zweimal zu Weihnachten am falschen Ort war? Schwarzenegger und Stallone haben es geschafft, sich im Verlauf ihrer Karriere vom 80er-Jahre-Archetypen des unüberwindlichen Actionhelden zumindest zeitweise zu distanzieren. Willis war von Anfang an als Jedermann angelegt, der durch die Umstände in die Rolle des Retters gerät. Norris tat das nie. Er blieb absurd.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gerade deswegen funktionierten die Memes. Sie brauchten eine Projektionsfläche, der jedwede Ironie fehlte. Sie brauchten nicht den Menschen, der die Rolle des Chuck Norris gespielt hat. Jenen Menschen, der jetzt eben gestorben ist.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Man soll nicht schlecht über gerade verstorbene Menschen reden, aber bei seinen politischen Ansichten (und beim Kreationismus) ist bei mir endgültig Schluss (siehe &lt;a href=&quot;https://en.wikipedia.org/wiki/Chuck_Norris&quot;&gt;Wikipedia&lt;/a&gt;). Allerdings muss man auch im Hinterkopf halten, dass das, was uns in Europa völlig absurd erscheint, möglicherweise im politischen Spektrum der USA deutlich weniger randständig ist. Beispielsweise: Um die 35% aller Amerikaner glauben an Kreationismus. Etwa 29% aller Amerikaner lehnen gleichgeschlechtliche Ehen ab. Das legitimiert nicht die Positionen, setzt sie aber in einen gesellschaftlichen Kontext. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/norris.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:2&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Was für ein ausnehmend schlechter Film …. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/norris.html#fnref:2&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Sat, 21 Mar 2026 16:00:00 +0000</pubDate>
<link>https://www.c0t0d0s0.org/blog/norris.html</link>
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<category>Thoughts</category>
      
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<category>Kultur</category>
      
<category>USA</category>
      
<category>Film</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Thoughts: Fundsache</title>
<description>Perlen neben der Dauerwerbesendung</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Ich mag YouTube. Nicht wegen des KI-Schunds, der einem an allen Ecken und Enden präsentiert wird. Nicht wegen Influencern, die praktisch nur durch den Produktionswert ihrer Videos von den Verkäufern im Teleshopping zu unterscheiden sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nö, weil man dort einfach mal einen tätowierten Typen findet, der sich barfuß zuhause an sein E-Piano setzt und eine &lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=a-qGm6gft40&quot;&gt;wirklich großartige Coverversion eines ebenso großartigen Songs&lt;/a&gt; spielt.&lt;/p&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 16:00:00 +0000</pubDate>
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<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Musik</category>
      
<category>Internet</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Thoughts: Mixtape</title>
<description>Das Ungesagte auf 74 Minuten</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Irgendwo, in längst vergessenen Schachteln liegen vielleicht immer noch MixCD, die ich zusammengestellt habe. Die ich an Menschen weitergegeben habe, die mir wichtig waren. Die Mixtapes dürften wahrscheinlich längst verschwunden sein. Irgendwann mit dem letzten Kassettendeck entsorgt. Oder sie schlummern noch in verstaubten Schubladen. Mehr Erinnerung als Tonträger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das waren wohlüberlegte Werke. Was sagt die Musikauswahl über mich? Was sagt die Auswahl darüber, was ich über den anderen Menschen denke? Kann man in der Musik einen sehr subtilen, vor allen Dingen aber dementierbaren Hinweis über die eigenen Gedanken verstecken, die man selber noch nicht offen aussprechen möchte?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Jahre waren noch nicht den zwei Nullen entwachsen, als ich die letzte dieser CD zusammenstellte. Nicht wissend, dass es die letzte werden würde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;An dieser Stelle hat uns die Weiterentwicklung wirklich etwas genommen. Ich finde die Weitergabe einer Playlist bei weitem nicht so schön, wie die Weitergabe eines Tonträgers, dessen Booklet man mit viel Mühe in seiner schönsten Schrift&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/mixtapes.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; beschrieb.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;„Ich habe etwas Musik für Dich zusammengestellt, vielleicht gefällt sie Dir” ist eben sehr viel schöner, wenn man eine Kassette oder eine CD weitergibt, nicht nur eine URL.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ohnehin gab und gibt es zu viele Streamingdienste. Es ist schwierig, den richtigen Dienst davon zu treffen. Das Risiko, dass die Weitergabe an einem „Du hast gar kein &lt;em&gt;&amp;lt;Streamingdienst einfügen&amp;gt;&lt;/em&gt;? Hmm, das ist ja doof” scheiterte, war immer da, war immer groß. Und der Musik gewordene Pfeil eines Engels flog weiträumig am Ziel vorbei. „Ich hab nur Apple Music.” „Oh, ich nur Spotify.” Und schon musste man dann doch zu den Worten greifen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Nick Hornbys &lt;em&gt;High Fidelity&lt;/em&gt; nimmt das Zusammenstellen dieser Mixtapes eine sehr wichtige Rolle ein. Das Buch endet damit, dass er schon weiß, wie er das nächste Tape für seine wiedergefundene Liebe zusammenstellt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als ich das Buch vor vielen Jahren las, habe ich mich so sehr darin wiedergefunden. Ich. Mitte zwanzig. Der erste für viel Geld erstandene CD-Brenner. Mit dem Kopfhörer vor der Anlage. Später beim Brennen die größte Vorsicht. Rohlinge waren teuer. Der Vorgang mit der kleinsten Bewegung der Maus ruiniert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vorher kaufte man sich zu diesem Zweck die guten Kassetten. Die eigenen Gedanken sollten nicht in der Dumpfheit einer billigen Ferro-Kassette untergehen. Nein, es musste das gute Chromdioxid sein.&lt;sup id=&quot;fnref:2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/mixtapes.html#fn:2&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war eine schwierige Aufgabe. Der Wunsch, die Neunte auf einen Tonträger bannen zu können[^3], hatte uns 74 Minuten auf einer CD gegeben. Ich habe nie jemanden die Neunte übergeben. Aber dennoch musste ich damit auskommen, um all das zu sagen, was man in Musik packen wollte. Weil man noch keine Worte dafür gefunden hatte. Oder sie nicht direkt auszusprechen traute.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Joerg 2026&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
  &lt;li&gt;Max Richter – Recomposed: Vivaldi, The Four Seasons: Spring 1&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Moderat – Therapy&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Kiasmos – Burst&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Peter Gabriel – Sky Blue (Martyn Bennett Remix)&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;David Poe – Joy&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Zaz – Je veux&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Devin Townsend Project – Supercrush!&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Mike Oldfield – Five Miles Out&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Nine Inch Nails – Who Wants To Live Forever&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Collide – Tempted (Conjure One Mix)&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;VOLA – Napalm (Re-Witnessed)&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Jan Blomqvist – The Space in Between&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Talvin Singh – Butterfly&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;The Irrepressibles – In This Shirt (Röyksopp Remix)&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;1 Stunde, 13 Minuten&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Die dennoch eine Klaue in feinem Gewand blieb. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/mixtapes.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:2&quot;&gt;
      &lt;p&gt;War ja, wie jeder damals durch die Werbung wusste, &lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=62LHGXIaan8&quot;&gt;verdammt nah an der CD&lt;/a&gt;. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/mixtapes.html#fnref:2&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Thu, 19 Mar 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
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<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Musik</category>
      
<category>Jugend</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Betörend</title>
<description>Ich muss mich zusammenreißen</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Normalerweise riecht Vogelfutter&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/vogelfutter.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; wie die ganz ernste Ecke in einem Biosupermarkt. Dort, wo die Gaumenfreude sich zum Sterben verkriecht. Ich wollte meinen neuen gefiederten Mitbewohnern heute etwas Besonderes mitbringen. Nun stehe ich vor der offenen Packung in der Küche. Es riecht betörend. Und ich muss mich zusammenreißen, nicht den Löffel mit dem langen Stiel in die Vogelfuttertüte zu stecken.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Ich wollte eigentlich gar nicht schon wieder über die Vögel schreiben. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/vogelfutter.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
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<category>Kaefiggeschichten</category>
      
<category>German</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Thoughts: Folie</title>
<description>Bücher auspacken</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Es gibt einen besseren Moment, als jenen, in dem man die Folie von einem Gerät abzieht, das man gerade gekauft hat. Um zu sagen: Du bist jetzt meins. Du darfst bleiben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser Moment ist jener, wenn man ein Buch erhält, das in Folie eingepackt ist und diese Folie öffnet.&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/folie.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Vorsichtig. Um die Seiten nicht gleich zu beschädigen. Um nicht beim Abziehen der Folie gleich den Umschlag zu zerreissen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe vor einigen Tagen ein gebrauchtes Buch gekauft. Wobei gebraucht nicht das richtige Wort ist. Es war ein altes Buch. Das aber tatsächlich noch in seiner Originalfolie war. „Der Nachtmanager” von John le Carré. Ich hatte das Buch bereits auf meinem Kindle, aber auch dieses wollte ich in Echt besitzen&lt;sup id=&quot;fnref:5&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/folie.html#fn:5&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;. Insbesondere nach der wirklich guten Verfilmung. Auch wenn diese nicht wie das Buch endete.&lt;sup id=&quot;fnref:2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/folie.html#fn:2&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber bei Filmen gilt (wie eine Freundin äusserte): Hugh Laurie könnte ein Telefonbuch vorlesen, und ich würde es immer noch sehen. Zurecht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich erwarb dieses Buch antiquarisch. Deswegen wunderte es mich umso mehr, ein einfoliertes Buch zu erhalten. Es ist nicht die Originalausgabe. Aber ich glaube, es lag schon länger irgendwo in einem Buchladen. Wartete darauf, gekauft zu werden. Wartete darauf, ausgepackt zu werden. Wartete darauf, wieder verschlungen zu werden. Um mich zu verschlingen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den letzten Gefallen habe ich dem Buch noch nicht getan. Es ist noch nicht so weit. Ich habe noch zu viele neuere ungelesene Bücher in meinem Regal. Aber der Tag wird kommen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe aber die ersten Seiten angelesen. Es fühlte sich an wie beim ersten Lesen. Nur, dass jetzt Hugh Laurie und Tom Hiddleston sich in den Seiten verstecken. Und natürlich Olivia Colman.&lt;sup id=&quot;fnref:3&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/folie.html#fn:3&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Das Problem ist nur: Im Buch ist ihr Charakter männlich. Das wird beim nächsten Lesen noch schwierig werden.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Ja, es gibt noch bessere Momente dieser Art, aber die haben nichts mit Büchern oder Geräten zu tun. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/folie.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:5&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Ja, das ist Teil meines Vorhabens, alle mir wichtigen Bücher von meinem Kindle zu entdigitialisieren. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/folie.html#fnref:5&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:2&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Das Buch hat ein deutlich le carréisches Ende. Wo die Serie mit einer Art Happy End endet, ist das Buch deutlich gespaltener. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/folie.html#fnref:2&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:3&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Die in der Serie sehr gut, in &lt;em&gt;The Crown&lt;/em&gt;, aber ganz besonders in &lt;em&gt;Broadchurch&lt;/em&gt;, einfach grossartig war. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/folie.html#fnref:3&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 03:00:00 +0000</pubDate>
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<dc:creator>joerg</dc:creator>
      
      
<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Buecher</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Thoughts: Sie haben Post. Von der Elphi.</title>
<description>Armageddon aus dem Konzerthaus</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Ich fand die Tage eine Mail der Elbphilharmonie in meinem Postkasten. Newsletter. Subject “Das Ende ist nah!”. Oh, ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass ihr euch mit der virtuellen Glocke vor euer Konzerthaus stellt und Armageddon ankündigt. Wobei … ihr habt ja recht. Sieht momentan alles nicht so gut aus. Allerdings habe ich letzte Woche auch - während ich mit einer Erkältung daniederlag - in &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/toughts-nachrichtenflut.html&quot;&gt;meiner Nachrichtendiät&lt;/a&gt; gesündigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Achsoooo … ihr meint eine Konzertserie. Äh. Never mind. Weitermachen.&lt;/p&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
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<category>Thoughts</category>
      
<category>German</category>
      
<category>Hamburg</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Neues aus dem Käfig</title>
<description>Brennet heller!</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;In meiner unendlichen Weisheit habe ich es geschafft, zwei Kanarienvögel-Pärchen in meinem Käfig zu haben. Verdammt. Das war nicht so geplant. Das hatte ich so nicht im Kopf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Lage ist nunmehr eskaliert. Deutlich. Es ist das passiert, was immer in der Natur – Menschen eingeschlossen – passiert, wenn man Paarbindungsprozessen ihren freien Lauf lässt. Was habe ich auch erwartet? Zölibatäre Kanarien? Das hat nicht mal bei Dornenvögeln funktioniert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es hätte mir eine Warnung sein sollen, als die Verkäuferin beiläufig sagte, sie hätten bei den Zebrafinken nicht aufgepasst und nun wären da zwei Jungtiere im Käfig. Aufgepasst? Bin ich  nun auch nicht meiner Aufgabe als Anstandsmensch für die Vögel gerecht geworden? Oder ist es letztlich müßig, sich der Natur in den Weg stellen zu wollen? In diesen Belangen wird man ohnehin überrollt - auch von vier Kanarienvögeln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Linux hat sich sehr eindeutig&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/kaefiggeschichten1.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; und unabweisbar als Henne herausgestellt und hat was mit Solaris angefangen. Irix brütet schon eine Weile auf ihren Eiern rum, die aus einer Liaison mit Redhat entstanden sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich mag ihnen nicht erzählen, dass ich täglich die Eier gegen Plastikeier austausche. Ich habe hier keinen Platz für 10 Neuankömmlinge, sie würden aber auch nicht aufhören, weitere Eier zu legen, wenn man sie ihnen einfach nur wegnimmt. Ich las, dass sich Kanarienvögel auch stumpf zu Tode legen können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seitdem bin ich stolzer Besitzer einer größeren Menge falscher Kanarienvogeleier. Aus Plastik. Massiv. Sollte es jetzt wirklich die nächsten 10 Jahre Teil meines Lebens sein, im Frühling durch Fressschalen zu gehen und Eier einzusammeln?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Freundin von mir hatte recht, als ich erzählte, was aus dem zugeflogenen Vogel geworden ist: Diese Tiere sind nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. Was erwartet man auch von etwas, das aus der Ferne wie ein bunterer Fink aussieht. Sind ja letztlich auch genau das: Bunte Finken. Von ihr lernte ich auch, dass der Harzer Roller nicht nur die Bezeichnung für den infernalisch stinkenden Käse ist, den mein Vater zuweilen aß.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nicht die hellsten Kerzen … nach Beobachtung der Vögel über die letzten Wochen stimmt das auffällig. Linux hat keine Ahnung, was sie mit dem bereitgestellten Nistmaterial anfangen soll und rupft stattdessen die Seile der Schaukel auseinander. Irgendwann wird diese statisch fragwürdig werden. Aus dem viel praktischeren dezidierten Material zur Innenausstattung der Brutstätte macht sie Halloweenspinnenwebendeko für den Käfig. Alle vier machen sich einen Spaß daraus, Futter und Einstreu großzügig über den Boden zu verteilen. Brennet heller, Kerzen. Nur ein bisschen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe mittlerweile ein virtuelles Zimmer um meinen Käfig gelegt, das mehrfach am Tag von meinem Staubsaugerroboter bearbeitet wird. Ich glaube, der wünscht sich mittlerweile auch die ruhigere prä-kanarische Zeit zurück. Immerhin stürzt er sich noch nicht die Treppe herunter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Kanarienvögelnestern nach Eiern zu gucken, stand ganz bestimmt nicht auf meiner Bingokarte für 2026. Und all das nur, weil ich es nicht übers Herz gebracht habe, Linux ins Tierheim zu bringen. Wer keine Sorgen hat, macht sich welche. Und wer keine Arbeit hat, beschafft sich diese.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf der anderen Seite: Redhat und Solaris singen eigentlich wirklich wunderschön und laut. Sie versuchen, in den sängerischen Wettbewerb mit dem Staubsauger und Wasserkocher zu treten. Was eigentlich sehr toll ist. Sie treten dummerweise auch mit mir in Konkurrenz, wenn ich am Schreibtisch sitze und eine Telefonkonferenz habe. Angeblich soll man es nicht hören, aber zu glauben vermag ich das nicht so ganz.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;
&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Ich denke, das Ei ist Beweis genug. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/kaefiggeschichten1.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
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<category>Kaefiggeschichten</category>
      
<category>German</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Thoughts: Wut, Zorn und Satzzeichen</title>
<description>Die Suche nach dem Fehler</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Ich war ja schon, wie ich auf Mastodon schrieb, kurz davor meinen Rechner durchzuschütteln, ihn zum Elefantenhaus nach Hagenbeck zu bringen, um die Reste eines infernalen Rüsselballspiels vom Fernsehturm auf die Bahnstrecke zwischen Altona und Dammtor zu werfen, damit einige Züge diese auf ihrem Weg durch die Metropolregion grossflächig über die Zeit in eben dieser verteilen können. Von Pinneberg bis Bergedorf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verwehet, ihr Reste. Verwehe Rechner, auf das ich Dich nicht wiedersehe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ja, bis ich gemerkt habe: Der Fehler sass vorm Rechner.  Wer hätte schon wissen können, das hier des Punktes vertikale Dopplung gefordert war. Kein balanciertes Konstrukt der Gleichheit. Ich. Vielleicht. Nach Blick ins Manual.&lt;/p&gt;

</content:encoded>
<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
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<category>Thoughts</category>
      
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<category>Job</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Thoughts: Fernweh</title>
<description>Den Kondensstreifen nach</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Man kann Kondensstreifen erstaunlich weit sehen. Von Lüneburg, wenn das Licht richtig steht, bis zum Nord-Ostsee-Kanal. Golden, im Licht der untergehenden Sonne. Natürlich nicht das Flugzeug. Aber eben den Kondensstreifen. Solange ich denken kann, haben diese Kondensstreifen immer Fernweh bei mir ausgelöst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In meiner Kindheit sind über meinem Elternhaus regelmäßig die Maschinen von und nach London und Schiphol geflogen. Ich wusste das damals noch nicht so wirklich. Ich habe es nur vermutet. Flightradar gab es da noch nicht.
Es kamen manchmal große Maschinen über den Ort hinweg. Ich wusste nicht, wo diese hingingen. Mein kleiner Kompass sagte mir, dass sie nach Norden flogen. Was war im Norden?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich musste erst etwa 9 werden und ein Buch geschenkt bekommen, bis ich begriffen habe, dass diese Flugzeuge in die USA flogen. Oder nach Kanada. Auf einem Globus wäre mir das wahrscheinlich sofort aufgefallen. Doch einen solchen hatte ich nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf meiner zweiten Reise nach San Francisco - meine Eltern lebten da noch in Nordwestdeutschland - flog ich tatsächlich genau über meinen Heimatort. Es wird wahrscheinlich ein ähnlicher Flug gewesen sein, den ich in meiner Kindheit beobachtete. Ich war am Tag vorher bei meinen Eltern gewesen. Ich hatte, als ich die Gegend auf dem Moving-Map-Display wiedererkannte, dieses irrationale doofe Gefühl: Bin ich jetzt wirklich nach Hamburg gefahren, habe dort übernachtet, bin von dort aus nach Frankfurt geflogen, um dann wiederum genau an meinem Heimatort wieder anzukommen? Für einen kurzen Moment. Nur einige tausend Meter höher, nur einige hundert Stundenkilometer schneller.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es fühlte sich immer noch ein bisschen wie Heimat an, wenn man noch über Deutschland war. Erst wenn die Nordsee erreicht war, wenn sich links und rechts das Meer auftat, war man wirklich unterwegs.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es fühlte sich fast schon nach zu Hause an, wenn ich die Grenzen dieses Landes aus der Ferne kommend erreichte. Wenige Minuten später würden die Flugbegleiter ohnehin sagen, dass der Rücksturz zur Erde gleich erfolgen würde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das ist aber nur die eigene Perspektive: Für andere ist dieses Land nur ein Landstrich im Inflight Entertainment. Kaum beachtet, bevor man sich wieder der Frage zuwendet, ob es Chicken oder doch Beef werden soll. Wir sind über Deutschland? Ahja. Chicken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich erinnere mich an eine dunkle Nacht. Es war eine schöne Nacht. Es war schon der neue Tag. Ich stand vor einem einzelnen Haus. Tief im Wendland. Musste ein Stück zu meinem Wagen laufen. Und ganz leise hörte ich über mir das Dröhnen von Motoren. Ich konnte das Flugzeug unter all den Sternen nicht finden. Irgendwo flog es 10 Kilometer über mir durch die Nacht. Und ich hatte Fernweh.&lt;/p&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
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<category>Thoughts</category>
      
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<category>Reisen</category>
      
<category>Fliegen</category>
      
<category>Jugend</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Lorem 2 - The Revenge of the Dolor</title>
<description>Lorem ipsum dolor sit amet</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Irgendwann muss man Code auch mal in Produktion testen.&lt;/p&gt;
</content:encoded>
<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
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<category>Lorem</category>
      
<category>German</category>
      
      
</item>
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
<item>
<title>Thoughts: Mitte</title>
<description>Sie fehlt.</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Ich bin bei meiner Bücherwahl nie irgendeinem Kanon gefolgt. Reich-Ranicki würde bei meinem Bücherregal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Wahrscheinlich berechtigt. Beim literarischen Quartett würde ich hoffnungslos verlieren. Einige einzelne Bücher würden mich wohl von einem allzu vernichtenden Urteil retten. Aber ich bin kein Mensch mit einem Meter Goethe. Keine gebundene Werkausgabe von Schiller. Meine Auswahl ist extrem. In meinem Regal lebt Schund neben Fachbuch neben Sachbuch und Bildungsbüchertum fröhlich und glücklich nebeneinander.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieses Halbwissen besitzt eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Verhältnis zu klassischer Musik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Irgendwann hat man ein Repertoire von Stücken, die man einfach kennt. Selbst, wenn man eher selten diese Musik hört. Aber wenn ein anderes Stück vom selben Komponisten im Radio gespielt wird? Völlig aufgeschmissen. Keine Ahnung. Nicht mal die nebligste Idee. Als Gelegenheitsklassikhörer hat man auch so gar kein Gespür, wer das wohl sein könnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe großen Respekt vor Menschen, die das können. Das ist wie bei Weinkennern. Château Reibach, 1899, am Südhang gereift. Kürzlich für 5.049,98 Euro versteigert. Ich würde nur Rotwein schmecken. Neunte. Von Karajan dirigiert, als er einen Schnupfen hatte. Und die erste Geige eine Sehnenzerrung. Am Mittelfinger.  Woher nur? Ich würde nur sagen: „Klingt gut!”&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man muss eh schon aufpassen, dass man sich vor Kennern der Materie nicht damit blamiert, dass man das Köchelverzeichnis bei Beethoven verortet. Berlioz und Bizet verwechselt. Klassische Musik ist eine reiche, aber irgendwie auch geschlossene Welt, die für den Unkundigen viele Fallen bereitstellt. Ich mag klassische Musik. Auch wenn es, wie eine Bekannte von mir mal sagte, mittlerweile „Musik von Toten für bald tote Leute” geworden ist. Sie spielt eben diese Musik. Es ist ihr Beruf. Auf höchstem Niveau. Aber ich bin dem Versuch nie erlegen, zu suggerieren, ich hätte eine irgendwie geartete Ahnung von dem Thema.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es verhält sich ähnlich in der Literatur: Es gibt Zitate, die immer wieder genutzt werden. Als gäbe es irgendwo ein Buch mit Zitatrezepten. Zitate für jede Lebenslage. Man hört sie dadurch ständig. The greatest hits.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Yeats ist da so ein Kandidat. Richtig gelesen habe ich Yeats vor etwa 20 Jahren. Zufallsfund in einem eher kleinen Buchladen. Den ich selbst auch eher zufällig in einer fremden Stadt fand. Der Laden machte den Eindruck, als wäre hier jedes Buch vom Besitzer einzeln gelesen und für seine Räume würdig befunden. Es war ein heller und freundlicher Laden. Nichts erinnerte an die Räume von Herrn Koreander. Aber ich vermutete, dass den Besitzer die gleiche Liebe zum Buch verband. Vielleicht der geistige Enkel vom alten Koreander? Der Laden hinterließ mich später verunsichert, ob ich den richtigen Beruf gewählt hatte. Der Händler sah zufrieden aus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Unsicher, welches Buch ich mitnehmen würde, griff ich immer wieder wahllos in die Regale.  In manchen las ich kurz, meist am Anfang. Manchmal auch in der Mitte. Nie am Ende.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Irgendwann hielt ich die Werke von Yeats in der Hand. Ich kann mich nicht erinnern, warum ich länger in diesem Buch blätterte. Viele andere Bücher hatte ich schon nach dem Klappentext wieder weggelegt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dann fand ich die Zeilen in dem Buch, die mich schon viel länger begleiten. Es waren jene berühmten Zeilen aus „Second Coming”: „Things fall apart; the centre cannot hold”.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich kannte diese Zeilen allerdings schon lange vorher. Der von Ed Harris in „The Stand” gespielte General, dessen Arbeit die Welt vernichten würde, spricht diese Zeilen aus. Kurz bevor alles in den Abgrund rutscht. Kurz bevor er sich selbst umbringt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch wenn ich dieses Buch gelesen habe, sind es doch die Greatest Hits, die im Kopf bleiben und sich bei passender Situation in den Vordergrund drängeln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Gelegenheit bot sich heute: Ich hatte am Morgen mein tägliches Quantum Nachrichten. Man will Sprachmodelle der Künstlichen Intelligenz mit grenzenlosem Appetit nach Inhalten und Energie in Waffensystemen einsetzen. Fühlt sich an wie ein Germanist am roten Knopf. Während das Klima eskaliert, feiert der Boulevard das Einreißen eben jener Mauern, mit denen wir uns dagegen gestemmt haben. Und wo wir schon beim Thema Mauern sind: Die Brandmauern wirken zunehmend wie jene Mauer in Berlin. Nach 89.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es fühlt sich so an, als wäre Mitte schon eine Weile aus. Kommt auch erst mal nicht wieder rein. Die Welt sammelt sich an den Extremen. Und droht zu kippen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich nehme dann zu meinem Weltuntergang einen Château Reibach, mit Samuel Barbers Adagio for Strings. Vielleicht noch selbst filetierten Kugelfisch. Ist ja auch egal. Und lese auf einer Sonnenliege Yeats und beobachte die Pilze aufsteigen. Ich bin dann mal weg … mit der Druckwelle.&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/mitte.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Eine Anmerkung an den besorgten Leser: Auch wenn der Text mit einer sehr negativen Note endet: Das ist die Stimmung, die mich ereilt, wenn ich &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/toughts-nachrichtenflut.html&quot;&gt;meine tägliche halbe Stunde Nachrichten zu mir genommen habe&lt;/a&gt;. Aber eben auch nur dann. Üblicherweise reicht eine Tasse Tee. Stark, wie er in Ostfriesland getrunken wird. Und weiter geht es, bis zu den nächsten Nachrichten. Einkaufen. Käfig sauber machen. Leben. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/mitte.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
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<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
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<title>Thoughts: Cineastisches Tinder</title>
<description>Die Verkleinerung der (Film)welt</description>
<content:encoded>&lt;p&gt;Ich bin in meiner Kindheit lange nicht ins Kino gegangen. Es gab schlicht in meinem Heimatort keines. Ich glaube, mein erster Film im Kino war “Spaceballs”. Mit der Klasse. Was bin ich einigen Mitschülerinnen bis heute dankbar, dass sie sich damals nicht für “Dirty Dancing” entschieden haben. Ich wäre zweifelsohne schwer traumatisiert von dieser Fahrt zurückgekehrt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seitdem sind viele Jahre vergangen. Ich bin eine Zeit lang, als ich in Hamburg lebte, gerne und viel ins Kino gegangen. Teilweise fast wöchentlich. Fand Menschen, die genauso viel und genauso gerne ins Kino gingen.  Ich nutzte in der Heimat meine kleinste Schwester als Weg, um nicht allein als erwachsener Mann in Harry Potter zu sitzen. Oder der aktuellen Disney-Prinzessin zu huldigen.&lt;sup id=&quot;fnref:1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/cineastischestinder.html#fn:1&quot; class=&quot;footnote&quot; rel=&quot;footnote&quot;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich gehe heute selten ins Kino. Die Karten fürs Kino sind mittlerweile nachgerade unverschämt teuer. Nur ein unverschämt guter Film scheint dies zu rechtfertigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich begann mehr Filme zu Hause zu gucken. Der Fernseher wurde immer dünner, dafür immer größer. Aus dem großen Saal wurde mein Wohnzimmer. Von irgendwo spiegelte immer etwas im Bildschirm. Dafür war das klingelnde Telefon immer die eigene Schuld. Aus der sehr mutig bepreisten Tüte wurde die Schüssel Popcorn, frisch aus der Mikrowelle. Anfangs noch DVD, BluRay übersprang ich, später direkt als Datenstrom.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sich eine DVD ausleihen. Schwere Entscheidung. Was, wenn der Film nicht hielt, was er versprach? Auf Nummer Sicher gehen? Doch wieder einen der vorhandenen Filme schauen? Die Leihe war ein Commitment für den Abend.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die DVD war auch ein Fenster in die eigene Seele, wenn man nicht alleine guckte. Es gab die brennenden Fragen vor dem ersten Filmabend. Was sagt der Film über mich? Und was, wenn der Film nicht gefällt? In der Hoffnung, dass der Film ganz und gar nebensächlich werden würde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Heute? Völlige Überforderung. Filme für ein ganzes Leben auf Knopfdruck. Nur welchen gucken? Und wenn der Film nicht sofort zu fesseln vermochte … nächster Film. Streamingdienste wirken irgendwie wie cineastisches Tinder. Mag sein, dass der Film toll ist, er war es aber nicht in den ersten 10 Minuten.  Weggewischt. Vergessen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Irgendwann ist man dann beim Notebook gelandet. Auf dem Bett liegend. Das Notebook. Und man selbst. Was macht man? Noch nen Film gucken? Was gibt es denn so bei den üblichen Verdächtigen? Ein filmisches Erlebnis auf 16 Zoll. Wenn überhaupt. Ein Saal voller Schall ersetzt durch zwei kleine Lautsprecher neben der Tastatur. Bemüht, der Aufgabe gerecht zu werden. Vergeblich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und irgendwie habe ich dabei das Gefühl, selbst den Filmen nicht mehr gerecht zu werden. Die Filme fühlen sich kleiner und nebensächlicher an, als sie es verdient hätten.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;
&lt;div class=&quot;footnotes&quot;&gt;
  &lt;ol&gt;
    &lt;li id=&quot;fn:1&quot;&gt;
      &lt;p&gt;Leia ist &lt;em&gt;keine&lt;/em&gt; Disney-Prinzessin. Sie wird es nie sein. Sie ist General Organa. &lt;a href=&quot;https://www.c0t0d0s0.org/blog/cineastischestinder.html#fnref:1&quot; class=&quot;reversefootnote&quot;&gt;&amp;#8617;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
    &lt;/li&gt;
  &lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;
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<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 04:00:00 +0000</pubDate>
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